Feuchtemessgeräte und Einsatzgebiete

 

Die Messung der Baustofffeuchte oder Ausdunstung von Baustoffen ist in der Leckortung und insbesondere zur späteren Bautrocknung unverzichtbar. Die Feuchtemessung kann in der Leckortung wichtige Indizien liefern und ist somit nahezu unverzichtbar. Eine Bautrocknung kann letztlich ohne Feststellung der Baustofffeuchte gar nicht vorgenommen werden, da das Erfordernis zur Bautrocknung letztlich von den Messwerten abzulesen ist. Im Grunde sind hier 4 Verfahren zu betrachten.

Feuchteindikation dielektrisch
Das kapazitive Feuchtemessverfahren, oder auch dielektrische Methode genannt, ermöglicht das Auffinden von Feuchte in Baustoffen. Hervorragend ist dieses Verfahren für die Aufgaben in der Leckortung. Erkannt wird Feuchte auch unterhalb von Fliesen und Kunststoffbelägen. Allerdings können die angezeigten Werte nicht als exakte Baustofffeuchtewerte genutzt werden. Daher ist diese Technik, weil einfach in der Anwendung und sehr preiswert, hocheffizient in der Leckortung und entsprechend beliebt. Beachten Sie jedoch, dass derartige Geräte bei einseitiger Messung an Baustoffen keine zuverlässigen Daten zur Baustoffeuchte geben können. Zur Beurteilung von ggf. notwendigen Trocknungsmaßnahmen sind diese Geräte nicht einsetzbar.

tl_files/business-fever/img/features/airindy.jpgMessen der relativen Luftfeuchtigkeit
Die Feststellung der relativen Feuchtigkeit der Luft gilt als erste Maßnahme zur Beurteilung bei Leitungswasserschäden. Wichtig ist hierbei das Erkennen hoher Luftfeuchte, um die ggf. vorhandene Notwendigkeit zur Trocknung festzustellen. Insbesondere zur Beurteilung der Luftfeuchte in Hohlräumen (Vorwand, Dämmschicht etc.) ist die Luftfeuchtemessung unverzichtbar. Erkennen Sie hohe Luftfeuchtigkeit über 70 % relative Luftfeuchte, geben die Baustoffe freies Wasser ab und Trocknung wird erforderlich sein. Dieser Materialzustand sollte unbedingt erkannt werden, da in Verbindung mit derart hoher Luftfeuchtigkeit das Schimmelpilzrisiko erheblich ist. Also eine unverzichtbare Technik für den Profi in diesem Segment.

Baustofffeuchtebestimmung
Die Messung des elektrischen Widerstands bildet die einfachste und vergleichsweise genaueste Methode in der Bestimmung der Baustofffeuchte. Die Verfahren werden weitgehend Leitfähigkeits- oder Widerstandsmessung genannt. Die Anwendung erfolgt durch Setzen von Kontakten, bzw. Elektroden, in den zu prüfenden Baustoffen. Dieses erfolgt mit Bürsten, Nägeln oder Platten. Hierdurch wird eine Baustofffeuchtemessung nach DIN 4108 möglich, wodurch der Feuchtegehalt des Materials gemessen werden kann. Übersteigt der Messwert den praktischen Feuchtegehalt gemäß DIN-Norm, wird eine Trocknungsmaßnahme erforderlich. Diese Form der präzisen Messung ist für den Fachmann unverzichtbar um festzulegen, welche Maßnahmen der Baustofftrocknung erforderlich, bzw. unverzichtbar sind.

Volumenfeuchtemessung (Feuchtegrafik)
Besonders innovativ gilt die Messung der Volumenfeuchte mit der Mikrowellen- Rückstreu-Technik. Hiermit können einfach und beschädigungsfrei Messungen in bis zu 70 cm Tiefe vorgenommen werden. Besonders interessant ist hierbei die Möglichkeit, anhand von Messreihen Feuchtebilder herzustellen, die perfekten Aufschluß über die Notwendigkeit von Trocknungsmaßnahmen geben. Die Feuchtegrafik erfreut sich zunehmender Beliebtheit, da das genaue Schadensausmaß schnell und unkompliziert als Grafik aufgebaut werden kann. Diese Technik ist jedoch nur mit Laptop hocheffizient, da die Grafik in der Regel schon während der Erstversorgung an der Baustelle vorliegen sollte.